Erzählreisen

Text und Zusammenstellung: Daniela Tax
Bilder und Filme: Günter Seefelder

Was erwog euch zu Erzählreisen?
Es entstand aus unserer gemeinsamen Begeisterung durch schöne Natur zu wandern, neue Regionen und Länder, Menschen und Kulturen kennenzulernen. Dabei liegt uns die Gemeinschaft sehr am Herzen.

Wir bilden als Paar eine gute Ergänzung.

Günter: "Ich bin ein moderner Scout, begeistere mich seit meiner Kindheit für die Berge. Die Berge sind meine zweite Heimat. Seit 1999 betreibe ich aktiv über club-mountains Reiseveranstaltungen und ein Reisemagazin."

Daniela: "Ich bin Erzählerin, sammle, erzähle, schreibe und spiele Geschichten. Ich verbinde unsere Reise mit zeitgenössischen Erzählungen, historischen Geschichten, Sagen und Märchen - alle bringen uns Land und Leute näher. Als Sozialpädagogin bin ich sehr gemeinschaftlich, es bedarf ein Händchen, in Gruppen immer ein wenig aufeinander einzugehen und dabei jedem einen möglichst großen persönlichen Spielraum zu belassen.






Könntet ihr da nicht einfach zu zweit wandern?
Günter: "Ja, tun wir auch, aber ich mag die vielen interessanten Gespräche über Geschichte und Kultur, die in der Gruppe zustande kommen. Ich selbst habe einen großen Erfahrungsschatz als Unternehmensberater und Mediator gesammelt, den ich gern zur Verfügung stelle."

Daniela: Für mich ist auf den Reisen die Gruppe immer das Wichtigste.

Was macht das Wandern aus?
Daniela: "Dazu fällt mir das Märchen vom "tapferen Schneiderlein" ein, das verlässt seine Werkstatt weil sie ihm zu klein vorkam für seine Tapferkeit. Und wie es vor das Stadttor kam holte er aus und nahm den Weg kräftig zwischen die Beine. Und weil es leicht und behend war fühlte es keine Müdigkeit. So geht es mir auch, kaum verlass ich meine vier Wände und begebe mich auf Wanderschaft, schon fühl ich mich beschwingt und leicht.

Günter: Mein Lieblings-Wahlspruch von Goethe ist kurz und bündig: "Wandern macht bewandert." Mich interessiert vorallem Europa, es ist eine gemeinsame Familie, egal ob Römer, Wittelsbacher oder die heutige Europäische Union von 28 Staaten.

Wie wählt ihr eure Wanderroute aus?
Günter: "Ich suche die schönsten Wanderwege mit den besten Aussichten über die Region aus. Die Wege sind leicht. Die Gruppe sollte über den ganzen Tag verteilt 4 bis 6 Stunden gehen können. Wir machen viele Pausen und es genügt eine durchschnittliche Kondition. Ganz wichtig ist ein gutes Schuhwerk, weil wir auf den abgelegeneren, meist schöneren Wegen gehen.

Geschichtliche Orte, Denkmäler, Museen, Städte und Plätze planen wir in unsere Routen ein."

Daniela: "Die Routenauswahl hat immer mit einer ganz bestimmten Geschichte, einem Thema oder einer Region zu tun, diese setzen wir in die Überschrift der Erzählreise. So wie wir es bisher immer gemacht haben."
Wie ist das mit dem Gepäck?
Daniela: "Ich mache es wie die Schildkröte, ich trage meine Habseligkeiten auf dem Rücken."

Günter: Früher wunderte ich mich über den Bergführer, er hatte den leichtesten Rucksack und dennoch alles dabei. Heute mach ich es genauso, ich empfehle den Rucksack abzuspecken, nicht mehr wie 8 - 10 kg.

Wenn aber jemand auf etwas nicht verzichten will, wie ich auf meine Film- und Fotoausrüstung und meinen Laptop, dann ist das jedem selbst belassen. Meine Fotos und Filme und die Freude die ich damit habe sind es mir wert.
Und die Unterkünfte?
Daniela: "Die liegen auf dem Weg, mal bleiben wir auch 2 Nächte, wir nehmen gern die einfacheren Unterkünfte, wir wollen auf dem Boden bleiben, die Reise für alle ermöglichen und unseren Geldbeutel schonen. D.h, nicht, dass wir nicht gerne einmal Schlemmen oder das Hotel in zentraler Lage nehmen. Individuell reisen ist häufig teurer wie die Pauschalangebote."

Günter: "Ich fühl mich überall wohl, mal wie Krösus im Hotel, mal wie Spartakus im Zelt."

Geht ihr nur zu Fuß?
Daniela: "Mein Motto, öffentliche Verkehrsmittel nutzen ist eine gute Gelegenheit Land und Leute kennenzulernen. Wenn Streckenabschnitte nicht schön oder zu weit sind oder das Wetter einmal gar nicht mitspielt, nehmen wir Bus und Bahn, müssen auch mal warten, Fahrpläne studieren, es gibt kaum bessere Gelegenheiten ins Gespräch mit den Hiesigen zu kommen. Manchmal ist auch ein Taxi von Nöten."

Günter: "Wer geht sieht mehr, als wer fährt, das ist ein einleuchtender Spruch von I.G.Seume, einem Zeitgenossen von Goethe, aber selbst der hat manchmal die Kutsche genommen. Ich bin schon manch alte regionale Schmalspurbahn gefahren, Liebhaberobjekte, die mir sehr viel Vergnügen bereitet haben. Dennoch manchmal finde ich es doch recht umständlich und es benötigt viel Geduld."






Ein abschließendes Wort!
Daniela: Reisen ist ein Abenteuer. Wir planen die Wege und Unterkünfte um keine bösen Überraschungen zu erleben. Dennoch bleibt Vieles offen, Unvorhergesehenes, nichts ist perfekt, ich nehme das in Kauf. Denn "ein Land, eine Gegend wirklich entdecken kann man nur durch Reisen. Nicht nur fremde Menschen und Kulturen verlieren dann das "Fremde", auch sich selbst lernt man besser kennen."